Thema
Pressemitteilung Attac Deutschland
Frankfurt am Main, 10. März
2010
* Finanztransaktionssteuer jetzt im Euroraum einführen
*
Spekulation eindämmen und Armut bekämpfen
Das EU-Parlament hat am
heutigen Mittwoch eine Resolution
verabschiedet, in der es die
EU-Kommission auffordert, die Einführung
einer
Finanztransaktionssteuer zu prüfen. Dazu erklärt das
globalisierungskritische
Netzwerk Attac:
"Endlich nimmt sich das EU-Parlament dieses
wichtigen Themas an.
Jetzt müssen die Parlamentarier Druck machen,
dass die
Finanztransaktionssteuer umgehend im Euroraum eingeführt
wird", sagte
Detlev von Larcher vom bundesweiten
Attac-Koordinierungskreis. Die
Europäische Union dürfe die
Verantwortung nicht länger auf die
internationale Ebene abschieben
und sich hinter den USA verstecken.
Führende Ökonomen wie Paul Bernd
Spahn (Professor für öffentliche
Finanzen an der Universität
Frankfurt) und der österreichische
Wirtschaftsforscher Stephan
Schulmeister
(Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO) haben längst
nachgewiesen, dass
die Finanztransaktionssteuer als erster Schritt
auch in einem der drei
großen Währungsräume von Euro, Dollar oder Yen
eingeführt werden kann.
Die angebliche Sorge mancher Politiker,
Kleinanleger könnten unter
einer Besteuerung von Finanztransaktionen
leiden, bezeichnete Attac
als vorgeschoben und unsinnig. "Auch
Kleinanleger würden im Gegenteil von
geschrumpften und stabileren
Finanzmärkten profitieren", stellte
Detlev von Larcher klar. Eine
Steuer von 0,1 bis 0,5 Prozent auf
Finanztransaktionen würde nach
Ansicht von Attac hochriskante,
kurzfristige Spekulation eindämmen,
ohne langfristige Geldanlagen zu
behindern. Zudem würde die Steuer
öffentliche Einnahmen bringen, mit
denen die sozialen Folgen der
Krise bezahlt und Armut in der Welt
bekämpft werden könnte.
Die
Besteuerung von Finanztransaktionen gehört zu den
Gründungsforderungen
von Attac (Association pour la Taxation des
Transactions financières
pour l'Aide aux Citoyens / Vereinigung für
die Besteuerung von
Finanztransaktionen zum Wohl der Bürgerinnen und
Bürger).
Gemeinsam
mit einem Netzwerk aus Nichtregierungsorganisationen,
kirchlichen
und gewerkschaftlichen Gruppen hat Attac kürzlich eine
internationale
Unterschriftenkampagne für die Einführung einer
Finanztransaktionssteuer
gestartet. Detlev von Larcher: "Jetzt kommt
es darauf an, diese
Steuer gegen den massiven Widerstand der
Finanzindustrie durchsetzen.
Deshalb unsere Bitte an Bürgerinnen und
Bürger: Unterstützen Sie die
Forderung nach einer Besteuerung von
Finanzgeschäften mit ihrer
Unterschrift!"
Im Internet:
www.steuergegenarmut.de
Pressemitteilung
Kampagne "Steuer gegen Armut"
Nürnberg /
Frankfurt / Berlin, 16. Februar 2010
* Kampagne für
Finanztransaktionssteuer jetzt international
* "Cyberaktion" startet
in Deutschland
* Film mit Heike Makatsch und Jan Josef Liefers
Ein
internationales Netzwerk aus Nichtregierungsorganisationen, kirchlichen
und gewerkschaftlichen Gruppen sowie dem globalisierungskritischen
Netzwerk Attac startet am heutigen Dienstag eine
Unterschriftenkampagne
mit einen Offenen Brief an die Staats- und
Regierungschefs der G20-Länder.
Darin werden die Staats- und Regierungschefs
aufgefordert, für die Einführung einer Umsatzsteuerauf den Handel
mit Finanzvermögen zu sorgen. Auch ein heute unter der
Internetadresse www.steuergegenarmut.de
lancierter
Filmspot mit Heike Makatsch und Jan Josef Liefers wirbt eindrucksvoll
für dieses Anliegen.
Der Offene Brief weist darauf hin, dass mit
der Krise Millionen von Menschen ihren Arbeitsplatz verloren haben.
Überall in der Welt habe die Armut zugenommen,
und die Zahl der
Hungernden sei um 100 Millionen gestiegen, heißt es in dem Brief.
Die
Finanzindustrie müsse jetzt einen angemessenen Anteil an den Lasten der von ihr weitgehend verursachten Krise übernehmen.
Die
Steuer würde:
- Geld bringen, mit dem die sozialen Folgen der
Krise bezahlt und Armut in der Welt sowie die Klimaerwärmung
bekämpft werden können,sowie
- zu mehr Stabilität des
Finanzsystems beitragen, indem sie Spekulation und Überliquidität
zurückdrängt.
"Wir hoffen auf mehrere hunderttausend
Unterschriften bis zum G20-Gipfel im Juni in Toronto", sagte
Jesuitenpater Jörg Alt, Initiator der Massenpetition an den Bundestag
zur
Finanztransaktionssteuer in Deutschland.
"Bundesfinanzminister
Wolfgang Schäuble, der die Transaktionssteuer angeblich schon für
tot erklärt hat, darf nicht Recht behalten", ergänzte Detlev von
Larcher vom Attac-Koordinierungskreis. "Eine Bankenabgabe ersetzt
nicht die Transaktionssteuer, die neben den
Banken auch Hedgefonds
und andere Akteure auf den Finanzmärktenbezahlen müssen. Die Banken
nutzen die Griechenland-Krise, um Spekulationsgeschäfte gegen den
Euro zu machen, während die Steuerzahler wieder blechen sollen. Mit
der Finanztransaktionssteuer
kann solchen sozial schädlichen
Machenschaften ein Riegel vorgeschoben werden."
In der letzten
Februarwoche werden sich der Cyberaction, die in Großbritannien schon
angelaufen ist, weitere Länder anschließen.
Infos zum Film:
Der
zweiminütige Film mit den bekannten Schauspielern Heike Makatsch und
Jan Josef Liefers ist unter www.steuergegenarmut.de
und auf Youtube zu sehen. Er wurde von der Cinema for Peace
Foundation finanziert und auf deren gestriger Gala bei der 60.
Berlinale uraufgeführt. Die Filmidee geht auf den britischen
Regisseur Richard Curtis und die Robin Hood Tax Campaign zurück.
Im
Internet:
* Brief unterzeichnen und Film anschauen:
www.steuergegenarmut.de
*
Attac-Seite zur Finanztransaktionssteuer:
http://www.attac-netzwerk.de/ag-finanzmarkt-steuern/themen/finanztransaktions-steuer/
Für
Nachfragen und Interviews:
* Jörg Alt, Jesuitenmission Nürnberg,
Tel. (01577) 17 37 974
* Detlev v. Larcher,
Attac-Koordinierungskreis, Tel. (0160) 93 70 80 07
* Jörn Kalinski,
Oxfam Deutschland, Tel. (0171) 83 60 631
Attac ruft auf zur Demonstration gegen den Afghanistan-Krieg am 20.April
in Berlin
* Schluss mit dem Krieg in Afghanistan
* Keine
Truppenverstärkung / Mittel für humanitäre Arbeit vor Ort
drastisch
erhöhen
Die Lage in Afghanistan verschlechtert sich von Jahr zu
Jahr. Gewalt, Terror und Drogenhandel prägen den Alltag im Großteil
des Landes. Während im Süden Afghanistans die Taliban de facto an die
Macht zurückgekehrt sind, herrschen in vielen anderen Teilen des
Landes noch
immer Kriegsverbrecher und Warlords. Jeder Tag mit Krieg
verschlimmert die Lage der Menschen. Der Krieg, den
Bundesaußenminister Guido Westerwelle nun "Bürgerkrieg" nennt,
fordert immer mehr zivile Opfer. Jeder Tote treibt junge Frauen und
Männer in die Arme
radikalislamistischer Terroristen.
Der
zivile Wiederaufbau in Afghanistan wird vernachlässigt. Nur ein Bruchteil
des Geldes, das für den Krieg in Afghanistan ausgegeben wird, fließt
in den Aufbau von Schulen, in die Verbesserung der Lebensbedingungen
der afghanischen Bevölkerung und die Stärkung der
demokratischen
Strukturen in Afghanistan. Mit der Androhung, die öffentlichen Mittel denjenigen zivilen Organisationen zu streichen, die nicht mit der
Bundeswehr zusammenarbeiten wollen, will Bundesentwicklungsminister
Dirk Niebel die zivilen Hilfsorganisation zu Helfershelfern des
Militärs machen. Das darf nicht sein.
Der Versuch, den Afghanen
den "freien Welthandel" durch Liberalisierung und Privatisierung
aufzuzwingen, zeigt die wahren Absichten des andauernden
militärischen Einsatzes in Afghanistan. Nicht fremde Mächte, die
Afghanen müssen selbst entscheiden, wie sie
ihr Land weiter
entwickeln. Die internationale Gemeinschaft hat eine Verantwortung
gegenüber den Menschen in Afghanistan. Dies gilt besonders für jene
Länder, die den Krieg gegen die Taliban mittragen, also auch für
Deutschland. Afghanistan muss endlich Entwicklungschancen in
Selbstbestimmung haben. Dazu müssen die Mittel für humanitäre Arbeit
zur Verbesserung der Lebensbedingungen drastisch erhöht werden.
Das
globalisierungskritische Netzwerk Attac hat den von den USA ausgerufenen
"Krieg gegen den Terror" stets abgelehnt. Er dient als Vorwand für
kriegerische Operationen überall auf der Welt, um eine Neuordnung des
Nahen und Mittleren Ostens und Zentralasiens zu
erzwingen.
US-amerikanische machtpolitische und wirtschaftliche Interessen
sollen so durchgesetzt werden. Der Krieg führt zur Einschränkung bis
hin zur brutalen Missachtung von Menschenrechtenweltweit. Zugleich
schafft seine "Gut-Böse"-Rhetorik neue Feindbilder
und befeuert
Fremdenfeindlichkeit und Islamophobie. Der "Krieg gegenden Terror" –
und insbesondere die Beteiligung der Bundeswehr daran –muss ein
Ende haben.
Attac ruft deshalb zur bundesweiten Demonstration
gegen den Afghanistan-Krieg am kommenden Samstag, 20. Februar, nach
Berlin auf.Gemeinsam fordern wir die Abgeordneten des Deutschen
Bundestages auf, endlich mit der Politik der militärischen Eskalation
des Konflikts zubrechen. Wir verlangen: Stimmen Sie der
Truppenverstärkung nicht zu!
Holen Sie die Soldaten nach Hause!
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Frauke
Distelrath
Pressesprecherin Attac Deutschland
Buchtipp "Irre! Wir behandeln die Falschen."
Manfred
Lütz schlägt Alarm - und das mit gutem Grund: Denn unser Problem, meint
der Psychiater, sind die so genannten ganz Normalen.
Der bekannte Bestsellerautor und Psychiater Manfred Lütz schöpft aus
seinem Erfahrungswissen, wenn er die Schar seiner Patienten - rührende
Demenzkranke, dünnhäutigen Süchtige, hochsensible Schizophrene,
erschütternd Depressive und mitreißende Maniker – betrachtet und dabei
den Spieß so umdreht, dass die in den abendlichen TV-Nachrichten und
Blödelschauen präsentierten Kriegshetzer, Wirtschaftskriminellen,
Entertainer, eben eiskalte Buchhaltertypen und schamlose Egomanen,
angeblich alles völlig Normale, für eine durchgreifende Behandlung
fällig wären.
Mit witzigem Scharfsinn und kabarettistischer Wortwahl klärt Lütz
über die wahnwitzigen Normalen und die ganz normalen Wahnsinnigen auf.
Ohne Zweifel ist der Bestseller ein einziger Lesespaß. Aber Vorsicht,
denn man sollte genau hinsehen und seine Sinne schärfen, um bei allem
die Zeitkritik nicht zu verpassen. Ein Beispiel: Gesund ist ein Mensch,
der nicht ausreichend untersucht wurde.
Quelle: Informationsbrief Nr. 63/1-2010 des Evangelischen Seniorenwerks (ESW)
"Ich bin einverstanden damit, dass meine Kunst Zwecke hat.
Ich will wirken in dieser Zeit, in der Menschen so ratlos und hilfsbedürftig sind."
Käthe Kollwitz 04. Dezember 1922
Presseportal: http://www.press4press.com
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