Eventuelle Ähnlichkeiten mit den Verantwortlichen vom Klimagipfel in Kopenhagen wären rein zufällig.
+
A
+
Erst in 60 Jahren eine grüne Wiese
Der Abriss des AKW Rheinsberg dauert länger
Der Abriss von Atomkraftwerken ist ein aufwendiges Unterfangen. Er dauert viel länger und kostet deutlich mehr Geld als ursprünglich gedacht. Für das frühere DDR-Atomkraftwerk Rheinsberg nannte die Bundesregierung jetzt erstmals konkrete Zahlen. Demnach wird der Abriss des kleinen Kraftwerks noch mindestens 60 Jahre dauern.
Quelle: neues deutschland
Wenn schon die Atomkraftwerke nicht sicher sind - auf die Atom-Endlager ist doch Verlass, oder ?!
Pressemitteilung, 04.09.2011
Abgeordnete blockieren Erkundungsbergwerk in Gorleben
Parteiübergreifende Abgeordnetenblockade fordert sofortige Einstellung der Erkundungsarbeiten im Salzstock und Verzichtauf den Standort Gorleben
Parteiübergreifend haben heute über 20 Abgeordnete aus Europaparlament, Bundes-, Land- und Kreistag das Erkundungsbergwerk für ein atomares Endlager in Gorleben blockiert. Die Abgeordnetenblockade fand von 10-16 Uhr vor dem Haupttor statt und verlief gewaltfrei und ohne Zwischenfälle.
„Nach dem Studium tausender Akten und der Anhörung von über 30 Zeugen und Sachverständigen können wir bereits jetzt feststellen, dass Gorleben nicht durch einen wissenschaftlich nachprüfbaren Auswahlprozess als Standort ausgewählt wurde, sondern Ergebnis einer politischen, willkürlichen Entscheidung ist.“ so die Erkenntnis der Bundestagsabgeordneten Dorothée Menzner (Linke) und Sylvia Kotting-Uhl (Grüne) aus dem Gorleben Untersuchungssausschuss.
Aufgrund der gravierenden Mängel fordern die Abgeordneten im Gorlebener Appell die sofortige Einstellung der Erkundungsarbeiten und die Aufgabe Gorlebens als Entsorgungsstandort für jeglichen Atommüll.
Die kurzfristig angesetzte „Aktuellen Stunde“ verfolgten über 100 Bürger. Sie stellten zahlreiche kritische Fragen zum neuesten Skandal um die erhöhten Messwerte am Zwischenlager in Gorleben. Die anwesenden Volksvertreter versprachen, diese Fragen der Bürger in der am Montag in Hannover stattfindenden nicht-öffentlichen Sitzung des niedersächsischen Umweltausschusses zu stellen.
Sie betonten, dass der Schutz der Gesundheit absolut Vorrang vor den Interessen der Atomwirtschaft habe und deshalb der nächste CASTOR-Transport sofort abgesagt werden müsste. Eine Klärung der aktuellen Missstände und Grenzwertüberschreitungen im CASTOR-Lager Gorleben muss durch unabhängige Messungen erfolgen. Die bewusste Täuschung durch die Betreibergesellschaft GNS (Gesellschaft für Nuklearservice) muss strafrechtlich verfolgt werden. Die mangelnde Atomaufsicht durch das Land Niedersachsen, die diese Missstände gedeckt hat, muss personelle Konsequenzen haben.
Zu den Abgeordneten, die in Gorleben blockiert haben und die Forderung des Gorlebener Appells unterstützen, gehören die Bundestagsabgeordneten Dorothée Menzner, Ralph Lenkert und Johanna Voß von der Partei DIE LINKE, Sylvia Kotting-Uhl von Bündnis 90/ DIE GRÜNEN, die Landtagsabgeordneten Miriam Staudte (Grüne), Andrea Schröder-Ehlers (SPD) und Manfred Sohn und Kurt Herzog von der Linken. Aus dem Europaparlament unterstützt die Fraktionschefin der Grünen, Rebecca Harms diese Forderungen. Aus den Kommunalparlamenten der Bürgermeister von Trebel Wolfgang Wiegreffe (UWG), die stellvertretenden Landräte Elke Mundhenk (Grüne) und Martin Donat (GLW), der Kreistagsfraktionschef der SPD Klaus-Peter Dehde, der FDPKreistagsabgeordnete Boris von dem Bussche und viele andere Kommunalpolitiker aus Räten und Kreistag.
Zu den Unterstützern zählt u.a. auch der CDU-Bürgermeister von Karwitz, Horst Harms.
Kampagne von X-tausendmal quer und KURVE Wustrow Die Abgeordnetenblockade fand im Rahmen von gorleben365 statt, einer gemeinsamen Kampagne der KURVE Wustrow – Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion und der Anti- Atom Initiative X-tausendmal quer.
Seit dem 14. August 2011 wird für ein Jahr an möglichst vielen Tagen mit gewaltfreien Blockadeaktionen der Baustellenverkehr zum Endlagerbergwerk in Gorleben behindert.
www.gorleben365.de
Im Anhang der heute verleseneGorlebener Appell und ein honorarfreies Foto von Dominique Chasseriaud.
Gewaltfreie Blockade des Baustellenverkehrs zum Endlagerbergwerk
Energienetze gehören in öffentliche Hand
"Die Energiewende muss sozial sein. Es ist nicht hinnehmbar, dass Stromversorger die Kosten für den Netzausbau auf die Stromkunden abwälzen. DIE LINKE fordert, die Netze in öffentliche Hand zu überführen, um notwendige Investitionen vorzunehmen und Preismanipulation zu verhindern. Es muss einen Solidarfonds für den Netzausbau geben", so Caren Lay, Bundesgeschäftsführerin der Partei DIE LINKE, anlässlich der Ankündigung des Energieversorgers EnviaM, dass vor allem in Ostdeutschland mit steigenden Preisen zu rechnen sei. Caren Lay weiter:
Die Energieversorgung darf nicht dem privaten Markt überlassen werden. Es ist die Aufgabe der Politik, bezahlbare Energiepreise für alle zu gewährleisten. DIE LINKE will die Energieversorgung demokratisieren. Das setzt öffentliche Energienetze ebenso voraus wie die Rekommunalisierung der Energieversorgung und Beiräte aus Verbraucherverbänden, Umweltorganisationen und Gewerkschaften.
Hohe Strompreise sind kein neues Problem. In den letzten zehn Jahren haben sich die Preise fast verdoppelt. Verbraucherinnen und Verbraucher zahlen Jahr für Jahr 10 bis 15 Milliarden Euro zu viel. Das sind die offiziellen Zahlen des Umweltbundesamtes. Ein Grund dafür ist die Abschaffung der Preisaufsicht. Deshalb will DIE LINKE erstens die Preisaufsicht wiedereinführen. Bis die Preisaufsicht arbeitsfähig ist, muss ein unmittelbares Strompreis-Moratorium Preiserhöhungen ausschließen. Zweitens müssen die Energieversorger verpflichtet werden, verbindliche Sozialtarife für einkommensschwache Haushalte anzubieten. Belgien und Frankreich haben das erfolgreich umgesetzt. Drittens fordern wir: Niemandem darf wegen Zahlungsschwierigkeiten der Strom abgestellt werden. Energieversorgung ist für DIE LINKE ein existenzielles Grundrecht. Die Bundestagsfraktion hat in dieser Wahlperiode zwei Anträge eingebracht (BT-Drs. 17/3671 BT-Drs. 17/5760), um die Energienetze in die öffentliche Hand zu überführen und einen Schutzschirm für Stromkunden zu schaffen.
auf Sumatra wird Regenwald für die Produktion von Druckerpapier der Marke PaperOne vernichtet. Verantwortlich ist der APRIL-Konzern, berüchtigter Papier-Multi mit Sitz in Singapur. In den betroffenen Wäldern leben u. a. der vom Aussterben bedrohte Sumatra-Tiger. Regenwälder sind außerdem wertvolle CO2-Speicher – wenn sie verschwinden, heizt sich das Klima weiter auf.
PaperOne wird auch von deutschen Händlern verkauft. Bitte beteiligen Sie sich an unserer E-Mail-Aktion: Fordern Sie die Händler auf, diese Marke aus dem Sortiment zu streichen unter
Organisation wurden interne Protokolle zugespielt / Kritik an Vertuschungspolitik
Im hessischen Atomkraftwerk Biblis A hat es nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace einen gefährlichen Störfall gegeben, der nicht gemeldet wurde. Das hessische Umweltministerium wies indes in Wiesbaden den Vorwurf der Vertuschung zurück.
Foto: dpa
Hamburg/Wiesbaden (Agenturen/ND). Nach Angaben von Greenpeace hat die Organisation von einem Mitarbeiter in Biblis A interne Dokumente zugespielt bekommen, die belegen, dass es in dem AKW einen gefährlichen Störfall gegeben hat, der nicht gemeldet wurde. Das teilte die Organisation am Dienstag in Hamburg mit. Ein vorliegendes Protokoll beschreibe, dass die innere Dichtung des Reaktordruckbehälter-Deckels beim Anfahren des Reaktors am 20. Oktober 2010 dem Druck nicht standgehalten habe. Nur die äußere Deckeldichtung habe ein Leck verhindern können. »Der Reaktordruckbehälter ist das Herzstück des Atomreaktors. Hier darf eine defekte Dichtung nicht ignoriert werden«, kommentierte der Greenpeace-Atomphyiker Heinz Smital den Vorgang. Ein plötzliches Versagen des Reaktordruckbehälters könne zu radioaktivem Dampf im Sicherheitsbehälter führen.
Der vertuschte Störfall sei indes kein Einzelfall, kritisiert Greenpeace. Es sei »gängige Praxis« in der deutschen Atomindustrie, Störfälle nicht zu melden und »Wirtschaftlichkeit vor Sicherheit zu setzen«, sagte Smital.
Nach Angaben von Greenpeace wurde Biblis A im Jahr 2010 wegen Wartungsarbeiten und Überprüfungen zweimal vom Netz genommen. Beim Wiederanfahren am 20. Oktober sei der vorliegende Mangel festgestellt worden. Weder sei die Anlage aber herunter gefahren worden noch der Vorfall in der Liste der meldepflichtigen Ereignisse des Bundesamtes für Strahlenschutz erschienen. Unbekannt sei auch, ob der Schaden vom Kraftwerksbetreiber RWE behoben wurde.
Das hessische Umweltministerium bestätigte den Zwischenfall, wies den Vorwurf der Vertuschung jedoch zurück. Nach Bewertung der Atomaufsicht sei der Zustand des Reaktors sicherheitstechnisch nicht von Bedeutung und erlaube nach der geltenden Betriebsgenehmigung, die Anlage weiterlaufen zu lassen. Der TÜV Nord habe die ergriffenen Maßnahmen als geeignet bestätigt. Es habe zu keiner Zeit eine Gefährdung des Personals oder der Umgebung bestanden.
Die hessische Opposition aus SPD, LINKE und Grünen verlangte am Dienstag von Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) weitere Aufklärung auch zur Informationspolitik des Betreibers RWE.
Quelle : Neues Deutschland
+
Der Plan: Ein aktuelles Energiekonzept für Deutschlands Atomausstieg bis 2015
Ob Moratorium, Ethikkommission oder Millionen Demonstranten auf der Straße: Der GAU von Fukushima hat Leben in die Energie-Debatte gebracht. Atomkraft ist das Schreckensgepenst und selbst die überzeugten Befürworter sind plötzlich dagegen. Gleichzeitig werden Unkenrufe laut, wir müssten Atommeiler durch klimaschädliche Kohlekraftwerke ersetzen, bräuchten Stromimporte und niemand könne garantieren, dass ohne Atomstrom das Licht an bleibt. Stimmt alles nicht. Aktuelle Berechnungen zum Greenpeace-Energiekonzept zeigen, wie es geht.
Das Konzept basiert auf aktuellen Kraftwerkplanungen. Es zeigt, dass ein realistischer Ausstieg aus der Atomkraft in Deutschland bis 2015 umgesetzt werden kann - ohne negative Folgen für die Sicherheit der Stromversorgung, den Klimaschutz oder die Energiekosten. Nach den Berechnungen werden ab 2011 die sieben ältesten AKW in Deutschland, die AKW in Krümmel und Neckarwestheim 2 dauerhaft vom Netz bleiben. In den Jahren 2012 bis 2015 können jedes Jahr zwei weitere AKW abgeschaltet werden.
Eine dauerhafte Stilllegung der neun Atomkraftwerke in 2011 ist problemlos machbar, weil der bestehende Kraftwerkspark enorme Überkapazitäten und Reserven vorweist. Außerdem sind bereits 51 neue Kraftwerke in Bau, darunter fast 20 Erdgaskraftwerke und 10 Windparks auf dem Meer.
Wenn Regierung und Opposition jetzt einen schnellstmöglichen Atomausstieg fordern, dann müssen sie sich auch am Machbaren orientieren. Und das ist eben 2015, wie unsere Berechnungen belegen, und nicht 2017, 2020 oder später, sagt Andree Böhling, Energie-Experte bei Greenpeace. Alles andere wäre ein fauler Kompromiss, bei dem die Interessen der AKW-Betreiber über das Sicherheitsbedürfnis der Bürger gestellt würden.
Die Kraftwerkskapazitäten der 17 deutschen Atomkraftwerke betragen 21.000 Megawatt. Jahres- und Kraftwerksgenaue Greenpeace-Berechnungen zum Atomausstiegsplan zeigen, dass dies in jedem Jahr und zu jeder Zeit ohne zusätzliche Stromimporte ersetzt werden kann. Die Versorgung ist sicher. Auch in Zeiten, in denen extrem hohe Stromnachfrage besteht, aber kaum Strom aus Wind- und Sonnenenergie produziert wird.
Ab 2013 können alte Kohlekraftwerke vorfristig abgeschaltet werden
Der zu ersetzende Strom kommt dabei überwiegend aus geplanten und sich schon im Bau befindlichen Gaskraftwerken, Windstrom- und Solaranlagen. Die Greenpeace Berechnungen basieren auf aktuellen Zahlen zum Neubau von Kraftwerken des Bundesverbands der Energiewirtschaft. Bis 2020 sind demnach bereits 51 neue Kraftwerksprojekte im Umfang von 30.000 Megawatt Leistung in Bau, davon 18 neue Erdgaskraftwerke. Laut aktuellen Prognosen der Regierung werden die Erneuerbaren Energien zudem bis 2020 ausgebaut. Es wird einen Zuwachs von über 30.000 Megawatt Solarstrom und 20.000 Megawatt Windenergie geben.
In den Jahren 2011 und 2012 gehen auch vier Kohlekraftwerke ans Netz, die sich bereits im Bau befinden. Allerdings werden laut Greenpeace-Berechnungen weit weniger Kohlekraftwerke benötigt, als zur Zeit gebaut werden. Ab 2013 und verstärkt ab 2016 können dann durch weitere Kraftwerkszubauten alte Kohlekraftwerke vorzeitig abgeschaltet werden, was für den Klimaschutz notwendig ist.
Eine Laufzeitverkürzung von Atomkraftwerken kann den Klimaschutz befördern, wenn dadurch Investitionen in Erneuerbare Energien, in Effizienz und in neue Gaskraftwerke und Kraft-Wärme-Kopplung ausgelöst werden, so Böhling. Zusätzliche Kohlekraftkraftwerke werden nicht gebraucht und würden das Klimaproblem verschärfen.